Holzrecycling: Der praktische Leitfaden für Wiederverwendung von Altholz

September 1, 2026 by - Uncategorized

Holzrecycling gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn jedes Jahr fallen allein in der Schweiz mehrere Millionen Tonnen Altholz an. Dabei werden derzeit etwa 80 Prozent in Altholzkraftwerken zur Energie- und Wärmeerzeugung verwendet, während lediglich 20 Prozent in die stoffliche Verwertung zur Herstellung von Spanplatten fließen. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Holz Recycling in der Schweiz funktioniert, welche Altholzkategorien es gibt, wo Sie Altholz entsorgen können (beispielsweise am Holz Recyclinghof in Zürich), welche Holz Recycling Preise anfallen und wie Sie durch bewusste Holznutzung zur Ressourcenschonung beitragen können.

Was ist Altholz und warum ist Holzrecycling wichtig

Definition von Altholz

Altholz umfasst zwei Hauptkategorien: Industrierestholz und Gebrauchtholz. Industrierestholz sind Holzreste, die bei der Holzbe- und -verarbeitung oder in der Holzwerkstoffindustrie anfallen. Hierzu zählen insbesondere auch Holzwerkstoffreste und anfallende Verbundstoffe mit überwiegendem Holzanteil von mehr als 50 Masseprozent. Zum Gebrauchtholz gehören gebrauchte Erzeugnisse wie Sperrmüll oder Bauabfälle aus Massivholz, Holzwerkstoffen oder Verbundwerkstoffen.

Nicht jedes Holz gilt automatisch als Altholz. Unbelastetes Industrierestholz, das als Nebenprodukt anfällt, sowie Waldrestholz wie Schwachholz aus der Durchforstung fallen nicht unter diese Kategorie. Zum Gebrauchtholz zählen vor allem Bau- und Abbruchholz, nicht mehr wiederverwendbare Möbel, Verpackungen und Altholz aus dem Außenbereich wie Leitungsmasten oder Zäune.

In der Schweiz wird Altholz grundsätzlich in vier Kategorien eingeteilt: naturbelassenes Holz, Restholz, Altholz und problematische Holzabfälle. Diese Klassierung erfolgt nach Schadstoffbelastung und bestimmt den weiteren Verwertungsweg. Altholz stammt überwiegend von Baustellen, Abbrüchen, Renovationen und Umbauten sowie aus Verpackungen und zerkleinerten Abfällen.

Jährliches Aufkommen in der Schweiz

In der Schweiz fällt jährlich rund 1 Million Tonnen Altholz an. Von dieser Gesamtmenge werden etwa 70 Prozent gesammelt und gemeldet, während 22 Prozent einer stofflichen Verwertung zugeführt werden. Die jährlich gesammelten Mengen haben sich zwischen 2008 und 2022 von rund 690.000 Tonnen auf 880.000 Tonnen erhöht.

Der Anteil an thermisch verwertetem Altholz im Inland stieg in diesem Zeitraum von 29 Prozent auf 67 Prozent, während der Anteil an thermisch verwertetem Altholz im Ausland von 20 Prozent auf 5 Prozent abnahm. Der Anteil an stofflich verwertetem Altholz blieb mit durchschnittlich 37 Prozent relativ konstant.

Fast ein Drittel des Altholzes, etwa 320.000 Tonnen, wurde 2014 exportiert und im Ausland zur Hälfte stofflich, zur anderen Hälfte energetisch genutzt. Darüber hinaus werden jährlich in der Schweiz rund 840.000 Tonnen Altholz gesammelt, von denen 250.000 Tonnen in den Export gehen. Etwa 50.000 Tonnen gelten als problematische Holzabfälle, weil sie mit Holzschutzmitteln behandelt wurden.

Bedeutung für Ressourcenschutz

Holzrecycling leistet einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz. Im Holz bleibt das durch den Baum aufgenommene CO2 als Kohlenstoff langfristig gebunden. Je länger es stofflich verwertet wird, desto länger bleibt das CO2 der Atmosphäre fern.

Aus sortiertem, aufbereitetem und auf Schadstoffe geprüftem Altholz werden hauptsächlich Bauspanplatten oder neue Möbel gemacht. Diese können Produkte aus anderen Materialien ersetzen, bei deren Herstellung ein Vielfaches an CO2 entstehen würde. Das mechanische Holzrecycling verlängert den Lebenszyklus des Rohstoffs Holz und trägt maßgeblich zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei.

Die kaskadische Nutzung findet in der Schweiz allerdings kaum statt. Im Inland wurden 2014 99 Prozent des Altholzes direkt einer energetischen Nutzung zugeführt und nur gut 1 Prozent stofflich genutzt. Aus Gründen des Klimaschutzes wären vor einer energetischen Verwertung zusätzlich eine oder mehrere stoffliche Nutzungen anzustreben.

Die vier Altholzkategorien im Überblick

Die korrekte Einteilung von Altholz bestimmt den weiteren Verwertungsweg und hat direkten Einfluss auf die Entsorgungskosten am Holz Recyclinghof. Seit März 2003 wird Altholz nach Schadstoffbelastung in vier Kategorien eingeteilt, um eine mehrmalige Wiederverwendung zu ermöglichen. Diese Klassifizierung stellt sicher, dass das Holz wiederverwertet werden kann, ohne eine Gefahr für Mensch und Umwelt darzustellen.

Kategorie A I: Naturbelassenes Holz

Naturbelassenes Holz wurde lediglich mechanisch bearbeitet und bei seiner Verwendung nicht mehr als unerheblich mit holzfremden Stoffen verunreinigt. Es kann direkt aus dem Wald oder Garten kommen oder als Holzabfall von Sägewerken anfallen. Typische Beispiele sind Europaletten, Wegwerfpaletten, Bretter, Gemüsekisten aus unbehandeltem Holz, Hackschnitzel, Schwemmholz und Grünholz wie Baumschnitt. Darüber hinaus zählen Kabeltrommeln aus Vollholz, die nach 1989 hergestellt wurden, zu dieser Kategorie. Altholz der Kategorie A I eignet sich besonders gut zur Herstellung neuer Holzprodukte. Es wird als Baustoff wiederverwertet, insbesondere in Form von Spanplatten.

Kategorie A II: Verleimtes und lackiertes Holz

Holz der Kategorie A II wurde verleimt, gestrichen, beschichtet, lackiert oder anderweitig behandelt, enthält jedoch keine halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung und keine Holzschutzmittel. Es stammt häufig aus dem Innenbereich, beispielsweise von Möbeln, Türen, Paneelen oder Spanplatten. Zu dieser Kategorie gehören Bauspanplatten, Bretterschalungen, Türblätter und Zargen von Innentüren, Dielen, Fehlböden sowie Deckenpaneele aus dem Innenausbau. Möbel aus furnierten Spanplatten ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung fallen ebenfalls in diese Kategorie. Während Kategorie A I vorrangig stofflich verwertet wird, dient behandeltes Altholz der Kategorie A II als Energieträger.

Kategorie A III: Holz mit halogenorganischen Verbindungen

Die Kategorie A III umfasst Altholz mit halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung, jedoch ohne Holzschutzmittel. Halogenorganische Verbindungen kommen als Lösungsmittel in Farben, Lacken und Klebstoffen vor. Typische Beispiele sind Gebrauchtmöbel und Küchen, die mit PVC-Beschichtungen, PVC-Kantenumleimern und ähnlichem versehen sind. Auch Spanplatten mit Verbundmaterialien, laminierte Holzplatten und Altholz aus Sperrmüll werden dieser Kategorie zugeordnet[82]. Altholz dieser Kategorie wird als Energieträger wiederverwertet und in speziellen Anlagen behandelt.

Kategorie A IV: Mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz

Mit Holzschutzmitteln imprägniertes oder gestrichenes Altholz wird der Kategorie A IV zugeordnet und als gefährlicher Abfall eingestuft. Diese Kategorie umfasst Holz, das aufgrund seiner Schadstoffbelastung nicht den Altholzkategorien A I bis A III zugeordnet werden kann, ausgenommen PCB-Altholz. Es handelt sich in der Regel um Hölzer aus dem Außenbereich, die zum Schutz mit Holzschutzmitteln behandelt wurden. Beispiele sind Bahnschwellen, Leitungsmasten, Fenster, Fensterstöcke, Außentüren, Dachsparren, Dachbalken, imprägnierte Gartenmöbel und Gartenzäune. Darüber hinaus fallen Hopfenstangen, Rebpfähle, Munitionskisten, Brandholz sowie Konstruktionshölzer für tragende Teile in diese Kategorie[101]. Entsprechend belastetes Altholz wird fachgerecht als Sonderabfall entsorgt. Die Entsorgung erfolgt mit erhöhtem Aufwand und höheren Kosten für den Entsorger.

Wie funktioniert der Holzrecycling-Prozess

Der Holzrecycling-Prozess beginnt unmittelbar nach der Anlieferung am Holz Recyclinghof mit einer mehrstufigen Aufbereitung, die je nach Verwertungsziel unterschiedlich intensiv ausfällt.

Sortierung und Sichtung

Bei der Verwertung wird das Altholz in einem ersten Schritt entsprechend der weiteren Nutzung sortiert. Die Verwiegung und Annahme erfolgen mit einer Eingangskontrolle, gefolgt von der Sichtung und einzelfallabhängigen Aussortierung von Störstoffen. Altholzchargen über 100 kg werden durch die Deklaration des Anliefernden einem Sortiment und einer Altholzkategorie zugeordnet. In modernen Anlagen wird jedes Stück Altholz in einem sechsstufigen Prozess aufbereitet, von der Vorsortierung bis zum Messerringzerspaner. Dabei werden Stofffraktionen gebildet und das Altholz hochpräzise in mittlere, kleine und feinste Partikel getrennt.

Störstoffentfrachtung

Die Störstoffentfrachtung erfolgt in mehreren Schritten mit unterschiedlichen Technologien. In der ersten Phase werden eisenhaltige Metalle per Magnet abgeschieden, sodass das Holz frei von Verunreinigungen bleibt. Anschließend folgt die NE-Metallabscheidung, bei der mithilfe des Wirbelstromverfahrens Nicht-Eisen-Metalle wie Aluminium oder Kupfer aus dem Holzstrom getrennt werden. Nichtmetallische Schwerstoffe werden durch ein Sortierverfahren mit Röntgenstrahlung identifiziert und ausgeschleust. Über ein KI-unterstütztes, optisches Verfahren werden Kunststoffe, MDF und verbleibendes Metall per Infrarot identifiziert und ausgeschleust. Moderne Anlagen erreichen dabei eine Störstoffabtrennung von bis zu 95 Prozent.

Zerkleinerung zu Hackschnitzeln

Das von Störstoffen befreite, unbelastete Altholz wird abschließend im Messerringzerspaner zu Spänen höchster Güte aufbereitet. Die Zerkleinerung erfolgt mit Shreddern auf einheitliche Hackschnitzelgröße, was insbesondere bei Spanplatten entscheidend für die Qualität ist. Bei der thermischen Verwertung ist eine homogene Korngröße besonders wichtig, da Heizanlagen oft auf eine genormte Korngröße ausgelegt sind. Ist die Korngrößenverteilung nicht homogen genug, können Hackschnitzelheizungen verstopfen.

Stoffliche Verwertung zu Spanplatten

Rund 20 Prozent des Altholzes werden stofflich verwertet und beispielsweise zur Herstellung von Spanplatten genutzt. Für die stoffliche Verwertung sind laut Verordnung Althölzer der Kategorien A I und A II zugelassen. Die Aufbereitung von Altholz der Altholzkategorie A III ist nur zulässig, wenn Lackierungen und Beschichtungen im Rahmen des Aufbereitungsprozesses weitgehend entfernt werden. In der Holzwerkstoffindustrie werden jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Altholz zu neuen Produkten verarbeitet. Weitere Holzwerkstoffe aus Altholz sind Faserplatten, Tischlerplatten, Sperrhölzer oder Furnierplatten.

Thermische Verwertung zur Energiegewinnung

Der überwiegende Teil von etwa 75 Prozent wird energetisch verwertet. Das maßgebliche Ziel einer energetischen Nutzung von Altholz ist die Substitution von primären Energieträgern. Der Heizwert von Altholz liegt zwischen 11.000 kJ/kg und 15.000 kJ/kg. Die installierte Kraftwerksleistung beträgt rund 800 MW. Bei der Verbrennung werden organische Schadstoffe zerstört und anorganische in Asche gebunden, wobei die Kraftwerke bis zu 1000 Tonnen an Schadstoffen pro Jahr entziehen.

Altholz richtig entsorgen: Holz Recyclinghof und Sammelstellen

Die fachgerechte Entsorgung von Altholz erfordert die Nutzung zugelassener Annahmestellen, wobei sowohl kommunale als auch private Anbieter zur Verfügung stehen.

Kommunale Sammelstellen in der Schweiz

Bauunternehmen müssen Holzabfälle beim Rückbau von Gebäuden getrennt sammeln oder nachträglich sortieren. Gemäss Verordnung über den Verkehr mit Abfällen dürfen nur bewilligte Entsorgungsunternehmen Holzabfälle verarbeiten. Nicht mehr brauchbare Möbel aus Holz oder andere Holzabfälle aus Haushalten können über die kommunale Sperrgutsammlung entsorgt werden, wobei diese Sammlungen in der Regel kostenpflichtig sind. Die Finanzierung erfolgt nach dem Verursacherprinzip, sodass der Annahmepreis oder die Vergütung vom Belastungsgrad und der Menge des beim Entsorgungsunternehmen angelieferten Holzes abhängt.

Für Privathaushalte stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Nicht mehr benötigte Möbel von hinreichender Qualität nehmen Secondhand-Geschäfte, Brockenstuben oder Flohmarkthändler entgegen. Darüber hinaus bietet die Plattform recycling-map.ch eine Übersicht über Sammelstellen in der gesamten Schweiz. Unternehmen wie Thommen betreiben zehn Standorte schweizweit, an denen Holzabfälle entsorgt werden können.

Holz Recycling Zürich und andere Städte

In Zürich stehen der Stadtbevölkerung zwei städtische Recyclinghöfe für die Entsorgung zahlreicher Abfallgruppen in haushaltsüblichen Mengen zur Verfügung. Der Recyclinghof Looächer öffnet Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr sowie Samstag von 7.30 bis 14 Uhr. Der Recyclinghof Werdhölzli ist Montag bis Freitag von 13 bis 19 Uhr und Samstag von 7.30 bis 14 Uhr geöffnet. Während am Looächer noch Bargeld akzeptiert wird, ist am Werdhölzli keine Barzahlung möglich. Beide Standorte bevorzugen digitale Zahlungsmittel wie Debitkarten, Kreditkarten und TWINT.

In Volketswil betreibt Schneider Umweltservices eine Altholzaufbereitungsanlage mit Recyclingcenter, wo vor allem aus der Baubranche stammendes Altholz sortiert und differenziert wird. Das Recyclingwerk Zürich von Spross befindet sich mitten in der Stadt im Kreis 4 an der Hohlstrasse 330 und ist Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr sowie Samstag von 7 bis 12 Uhr geöffnet. In Otelfingen verarbeitet die Holz- und Stockrecycling AG jährlich rund 35.000 Tonnen Altholz.

Was kostet die Entsorgung: Holz Recycling Preise

Die Kosten für die Entsorgung von Holz in der Schweiz können je nach Menge, Art des Holzes und Standort variieren. Basierend auf verfügbaren Daten liegen die Kosten für die Holzentsorgung zwischen CHF 175 und CHF 450. In städtischen Gebieten wie Zürich und Genf sind die Kosten oft höher aufgrund der höheren Betriebskosten und Gebühren für Entsorgungsanlagen.

Je nach Anbieter fallen unterschiedliche Preise an. Einige Sammelstellen berechnen CHF 35 pro 100 kg mit einer Mindestgebühr von CHF 2. Andere Anbieter verlangen CHF 0.50 pro kg für Holz mit einer Mindestgebühr von CHF 5. Das Recyclingcenter Freiamt verlangt CHF 0.19 pro kg für Holz und Möbel bei einem Mindestpreis von CHF 10. Die Förderung des Holzrecyclings kann nicht nur dazu beitragen, die Umwelt zu schonen, sondern auch die Entsorgungskosten deutlich senken, da recyceltes Holz oft einen Wertstoff darstellt.

Praktische Tipps für nachhaltige Holznutzung

Unbehandeltes Holz bevorzugen

Unbehandeltes Holz bietet gestalterische Freiheit und kann später geölt, gewachst, lasiert, lackiert oder farblich angepasst werden. Die natürliche Schönheit des Materials wirkt warm und bringt die Holzmaserung ohne künstliche Farbe zur Geltung. Bei der Auswahl von Altholz für Gartenprojekte ist jedoch Sorgfalt geboten. Alte Nägel, unbekannte Lacke, chemische Rückstände oder Verschmutzungen können problematisch sein. Die Oberfläche sollte sorgfältig gereinigt, lose Teile entfernt, Nägel geprüft und raue Stellen geschliffen werden. Bei Paletten muss geprüft werden, woher sie stammen und ob sie sauber und stabil sind.

Kaskadennutzung fördern

Die Verarbeitung soll mit jener Verwertung beginnen, welche die höchste Wertschöpfung aufweist und die grösste Mehrfachnutzung ermöglicht. Der Ansatz sieht vor, dass ein gefällter Baum zuerst zu möglichst grossen und hochwertigen Werkstücken verarbeitet wird, etwa zu Produkten für Bau und Ausbau. Erst wenn keine weitere Materialnutzung möglich ist, sollte das Holz energetisch verwertet werden. Gegenwärtig beträgt die Recyclingrate beim Holz in der Schweiz erst etwa 8 Prozent. Von dem Holz, das in der Schweiz geerntet wird, werden rund 40 Prozent direkt energetisch genutzt. Damit das Holz seine Funktion als CO2-Speicher erfüllt, sollte es möglichst lange als Material in der Technosphäre verbleiben.

Wiederverwendung vor Recycling

Das grösste Potenzial für eine Wiederverwendung stellt Altholz aus Bau- und Abbrucharbeiten dar, konkret Dachstühle, Deckenbalken und Fertigbauelemente. Derzeit werden jedoch nur zirka 20 Prozent weiter genutzt und vor allem zu Spanplatten verarbeitet. Ein grosses Potenzial bietet die häufige Verwendung von Holz im nicht sichtbaren Bereich, da optische Mängel kein Ausschlusskriterium sind. Dazu zählen Bauholz, Bauschnittholz und Konstruktionsvollholz.

Upcycling-Möglichkeiten nutzen

Aus Europaletten lassen sich im Handumdrehen Unikate im Shabby-Style zaubern, etwa Couchtisch, Sitzbank, Sideboard, Weinregal oder Sonnenliege. Alte Obst- oder Weinkisten aus Holz eignen sich für Regale, Raumtrenner, Beistelltische oder kleine Hocker. Die Holzkisten sind schadstofffrei und relativ pflegeleicht. Paletten sollten jedoch nicht allzu stark beschädigt oder morsch sein und müssen auf alte Nägel und Klammern untersucht werden. Unbehandelte Paletten müssen geschliffen und lackiert werden, um Splitter zu vermeiden.

Fazit

Holzrecycling trägt wesentlich zur Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz bei. Die korrekte Sortierung nach den vier Altholzkategorien ermöglicht eine optimale Verwertung und minimiert gleichzeitig die Entsorgungskosten. Bevorzugen Sie unbehandeltes Holz für Ihre Projekte und nutzen Sie die zahlreichen Sammelstellen in der Schweiz für eine fachgerechte Entsorgung.

Denken Sie daran, dass Wiederverwendung vor Recycling steht. Geben Sie altem Holz durch Upcycling ein zweites Leben, bevor Sie es dem Recyclingkreislauf zuführen. Mit diesen bewussten Entscheidungen verlängern Sie den Lebenszyklus des wertvollen Rohstoffs und leisten einen konkreten Beitrag zum Umweltschutz.

FAQs

Q1. Kann Altholz mehrfach recycelt und wiederverwendet werden? Ja, Holz kann durch die Herstellung verschiedener Produkte mehrfach wiederverwendet und recycelt werden. Durch die Kaskadennutzung wird ein gefällter Baum zuerst zu hochwertigen Werkstücken verarbeitet, bevor er zu Spanplatten recycelt oder energetisch verwertet wird. Dies reduziert die Menge an Primärholz, die aus Wäldern geschlagen werden muss, und verlängert die CO2-Speicherfunktion des Materials.

Q2. Wie viel Prozent des Altholzes wird in der Schweiz stofflich recycelt? In der Schweiz werden etwa 20 bis 25 Prozent des aufbereiteten Altholzes stofflich verwertet, hauptsächlich zur Herstellung von Spanplatten und anderen Holzwerkstoffen. Der überwiegende Teil von rund 75 bis 80 Prozent wird thermisch zur Energie- und Wärmeerzeugung genutzt. Die Recyclingrate beim Holz beträgt derzeit erst etwa 8 Prozent.

Q3. Welche Vorteile bietet die Verwendung von unbehandeltem Holz? Unbehandeltes Holz bietet gestalterische Freiheit und kann später nach Wunsch geölt, gewachst, lasiert oder lackiert werden. Es bringt die natürliche Holzmaserung zur Geltung und ist einfacher zu recyceln, da es keine Schadstoffe enthält. Zudem eignet es sich besonders gut für die stoffliche Verwertung zu neuen Holzprodukten.

Q4. Wo kann ich Altholz in der Schweiz fachgerecht entsorgen? Altholz kann über kommunale Sammelstellen, städtische Recyclinghöfe oder bewilligte Entsorgungsunternehmen entsorgt werden. In Zürich stehen beispielsweise die Recyclinghöfe Looächer und Werdhölzli zur Verfügung. Die Plattform recycling-map.ch bietet eine Übersicht über Sammelstellen in der gesamten Schweiz. Nicht mehr brauchbare Holzmöbel können auch über die kommunale Sperrgutsammlung entsorgt werden.

Q5. In welche Kategorien wird Altholz eingeteilt und warum ist das wichtig? Altholz wird in vier Kategorien eingeteilt: A I (naturbelassenes Holz), A II (verleimtes und lackiertes Holz), A III (Holz mit halogenorganischen Verbindungen) und A IV (mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz). Diese Klassifizierung nach Schadstoffbelastung bestimmt den weiteren Verwertungsweg und hat direkten Einfluss auf die Entsorgungskosten sowie die Möglichkeit zur stofflichen oder thermischen Verwertung.



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