Nachhaltiges Bauen mit Holz: So gelingt Ihr Projekt in 2026

August 18, 2026 by - Uncategorized

Nachhaltiges Bauen mit Holz ist längst keine Nische mehr: Deutschlands derzeit größte zusammenhängende Siedlung in Holzbauweise mit rund 570 Wohnungen steht in München-Oberföhring. Der industrielle Wohnungsbau mit Holz nimmt zweifellos an Fahrt auf und bietet Bauzeiteinsparungen von 30-50% gegenüber konventionellen Methoden.

In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie 2026 Ihr nachhaltiges Haus bauen: von der Planung über Kosten und Fördermöglichkeiten bis zur praktischen Umsetzung. Insbesondere berücksichtigen wir aktuelle Anforderungen an nachhaltiges und energieeffizientes Bauen sowie innovative Entwicklungen im Holzbau.

Warum Holz der Baustoff der Zukunft ist

Warum Holz der Baustoff der Zukunft ist

Natürliche Eigenschaften und Vorteile

Kein anderer Rohstoff bringt eine vergleichbare Produktvielfalt mit sich wie Holz. Das Material vereint Eigenschaften, die für nachhaltiges Bauen entscheidend sind:

  • Geringes Eigengewicht bei hoher Stabilität: Holz ist bei gleicher Tragfähigkeit leichter als Stahl und annähernd so druckfest wie Beton
  • Feuchtigkeitsregulierend und atmungsaktiv: Unbehandelt erzeugt es ein angenehmes Raumklima mit guten Wärmedämm- und Wärmespeichereigenschaften
  • Vollständige Verwertbarkeit: Selbst kleinste Teilchen oder Produktions-Abfälle können wiederverwendet werden
  • Präzise Bearbeitbarkeit: Holz lässt sich leicht sägen, hobeln oder schleifen, sowohl mit Handwerkzeugen als auch mit computergesteuerten Anlagen

Diese Eigenschaften erfüllen modernste Ansprüche einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Nachhaltiges Bauen bezieht sich auf alle Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes, von der Planung über die Nutzung bis zum Rückbau. Holz ermöglicht einen hohen Vorfertigungsgrad, wodurch Schwachstellen wie Fugen, Materialwechsel und Baufeuchte gezielt vermieden werden.

CO2-Bindung und Klimaschutz

Laut Bundesverband Deutscher Fertigbau wächst in Deutschland in nur 23 Sekunden genug Holz für ein Fertig-Einfamilienhaus nach. Holz ist der einzige nachwachsende Rohstoff, der während seiner gesamten Wachstumsphase Kohlendioxid bindet. Ein Kubikmeter Holz entzieht der Atmosphäre etwa eine Tonne Kohlenstoff. In einem modern gebauten Einfamilienhaus aus Holz stecken über 50 Tonnen CO2, was dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 40 Jahren Autofahren entspricht.

Der Wald fungiert als natürlicher Kohlenstoffspeicher: Etwa 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff sind derzeit in deutschen Wäldern gespeichert, wobei ein Hektar Wald jährlich rund 13 Tonnen CO2 bindet. Holzprodukte speichern CO2 langfristig über den gesamten Produktlebenszyklus. Jeder Kubikmeter Holz, der als Ersatz für andere Baustoffe verwendet wird, reduziert die CO2-Emissionen in der Atmosphäre um durchschnittlich eine Tonne.

Laut einer Studie der Ruhr Universität Bochum können bis 2030 insgesamt 42 Millionen Tonnen Treibhausgase durch den verstärkten Einsatz von Holz als Baustoff in Deutschland eingespart werden.

Vergleich mit konventionellen Baustoffen

Die Herstellung konventioneller Baustoffe ist vergleichsweise energieaufwendig und emissionsreich. Die Holzbauweise hat sich aus ökobilanzieller Sicht als vorteilhafter erwiesen: Das Treibhauspotential schnitt mit nur 57 Prozent des Potentials der Stahlbetonbauweise deutlich besser ab.

Ein Quadratmeter Außenwandaufbau in Massivholz weist eine CO2-Bilanz von minus 88 Kilogramm auf, während Beton plus 82 Kilogramm verursacht. Im Gegensatz zum Mauerwerks- und Betonbau ist der Holzbau eine Trockenbauweise, bei der ein Haus aus vorgefertigten Elementen binnen weniger Tage regendicht montiert werden kann.

Durch das geringe Eigengewicht eignet sich Holz besonders für Aufstockungen bestehender Gebäude, bei denen sich mit Balken, Paneelen und Platten gleich mehrere Geschosse realisieren lassen. Im Brandfall entstehen positive Eigenschaften: Die Verkohlungsschicht schützt durch ihre geringere Wärmeleitfähigkeit lange vor weiterem Abbrand. Bei ausreichender Dimensionierung ist der Abbrand kontrollierbar, während Stahlbeton bei großer Hitze schnell seine Stabilität verliert.

Planung Ihres Holzbauprojekts in 2026

Planung Ihres Holzbauprojekts in 2026

Anforderungen und Genehmigungen

In Deutschland ist eine Baugenehmigung für Holzbauten grundsätzlich verpflichtend. Jedes Bundesland verfügt über eigene Bauvorschriften, wobei zusätzlich der Bürgermeister der Gemeinde weitere Vorschriften erlassen kann. Die Musterbauordnung MBO 2002 teilt Gebäude in fünf Gebäudeklassen ein und definiert abhängig davon Anforderungen an Standsicherheit und Brandschutz. Für Gebäude der Gebäudeklasse 4 besteht die Möglichkeit, hochfeuerhemmende Bauteile zu verwenden, deren tragende Teile aus brennbaren Baustoffen bestehen und eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung aus nicht brennbaren Baustoffen aufweisen.

Zum Bauantrag gehören diverse Unterlagen: Bauantragsformular mit Baubeschreibung, amtlicher Lageplan, Bauzeichnungen in dreifacher Ausfertigung, Statik mit Standsicherheitsnachweis, Wärmeschutznachweis gemäß Gebäudeenergiegesetz sowie Brandschutznachweis. Dabei wird die Bearbeitung eines Bauantrags innerhalb von sechs Wochen durchgeführt. Im Baugenehmigungsverfahren prüft die Baurechtsbehörde die Übereinstimmung mit Vorschriften über die Zulässigkeit baulicher Anlagen.

Auswahl des richtigen Holzbausystems

Je nach Bauaufgabe kommen unterschiedliche Holzbausysteme zum Einsatz, etwa Massivholzbau, Holzhybridbau, Holzmodulbau oder Konstruktionen mit Brettschichtholz und Brettsperrholz. Entscheidend sind Gebäudetyp, Nutzung, Tragwerk, Brandschutz, Schallschutz, Vorfertigungsgrad, Bauzeit, Kostenrahmen und architektonischer Anspruch.

Im deutschsprachigen Raum beschreiben Holzrahmenbau und Holztafelbau dasselbe Konstruktionsprinzip, unterscheiden sich aber im Umfang der Vorfertigung. Während ein Teil der Systeme auf dem Prinzip des Fügens stabförmiger Holzquerschnitte beruht, finden sich bei führenden Herstellern viele massive, flächige und raumbildende Systemelemente für Wände, Decken und Dächer. Holzrahmenbauten mit Holzstegträgern weisen im reinen Anteil des Konstruktionsholzes lediglich ein Viertel des Holzeinsatzes von Massivholzkonstruktionen auf.

Alle Systeme zielen auf eine möglichst weitreichende Vorfertigung ab, wobei der vor Ort den Wettereinflüssen ausgesetzten Bauprozess in die geschützte Halle verlagert wird. Durch den Einsatz von CNC-gesteuerten Abbundanlagen lassen sich Planungsdaten direkt vom Planer auf die Maschine übertragen.

Zusammenarbeit mit Fachplanern

Im Holzbau gelten andere Planungsprinzipien als im konventionellen Massivbau. Wer mit Holz plant, benötigt nicht nur gestalterische Kreativität, sondern ein ganzheitliches Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Architektur, Tragwerksplanung, Bauteilentwicklung und konstruktiven Details. Die Wahl der Bau- und Tragstruktur hängt mit Fragen zu Material, Herstellung, Transport, Montage, Ökologie und Schutzfunktionen wie Brandschutz, Wärmeschutz und Schallschutz zusammen. Dies fordert eine integrale Planung.

Die Wahl des passenden Systems sollte frühzeitig gemeinsam mit Architekten, Fachplanern und erfahrenen Holzbauunternehmen erfolgen. So können Konstruktion, Bauteilaufbau, Haustechnik, Logistik und Montage von Beginn an auf das Projekt abgestimmt werden. Eine berufsbegleitende Fachfortbildung zum Fachingenieurfachplaner für Holzbau vermittelt profundes, praxisorientiertes Fachwissen vom Entwurf über die konstruktive Ausführung bis zu Fragen der Genehmigungsfähigkeit.

Leitfaden nachhaltiges Bauen beachten

Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen des Bundesbauministeriums stellt zusammen mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) die zentralen Instrumente dar, um die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung im Bauwesen umzusetzen. Mit der erweiterten Fassung 2013 werden neben dem Neubau auch die Modernisierung und der Umbau von Gebäuden abgedeckt. Als zeitbezogene Systemgrenze werden die ersten 50 Jahre des Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet.

Das BNB als praxisorientiertes Planungsinstrument basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz und zeichnet sich durch die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden unter Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualität aus. Für Bundesbauvorhaben ist ein Gesamterfüllungsgrad von mindestens 65 Prozent nach BNB sicherzustellen. Für öffentliche Hochbaumaßnahmen der Länder und Kommunen hat der Leitfaden empfehlenden Charakter, während Baumaßnahmen der Privatwirtschaft sich freiwillig daran orientieren können.

Kosten und Wirtschaftlichkeit im Holzbau

Kosten und Wirtschaftlichkeit im Holzbau

Baukosten im Vergleich

Wer sich für nachhaltiges Bauen mit Holz entscheidet, stellt sich die Frage nach den Baukosten. Eine Untersuchung zeigt bei zweigeschossigen Holzbauten mit Holzfassade Mehrkosten von 0,6 % gegenüber Massivbauten mit Wärmedämmverbundsystem. Bei siebengeschossigen Gebäuden steigen die Mehrkosten auf bis zu 3 %. Dies liegt unter anderem an mitwachsenden Wandstärken der tragenden Wände sowie wachsenden Anforderungen an den Brandschutz bei steigender Geschosszahl.

Diese Zahlen relativieren sich allerdings deutlich. Branchenexperten verweisen darauf, dass sich in den letzten Jahren viel entwickelt hat und Holzbaugebäude inzwischen kostenneutral oder sogar preisoptimiert errichtet werden können. Bei Geschossigkeit E+2 hat der Holzbau sogar Kostenvorteile, wenn der Massivbau ebenfalls mit einer Holzfassade versehen wird. Vergleichsstudien belegen, dass das 70%-Quantil des Kostenkennwertes von günstigeren Holzbauten nur leicht höher liegt als bei Massivbauten.

Darüber hinaus fallen bei einem Holzhaus dank natürlich gegebener Wärmedämmung geringere Materialkosten an. Durch dünnere Wände bei gleicher Dämmleistung wird die Fläche besser genutzt, was ebenfalls kostenreduzierend wirkt. Die Preisdifferenz zwischen Holz- und Massivbau liegt unter 10 %, wobei Material und Arbeit für die Tragkonstruktion nur rund 30 % des Gesamtaufwands betragen.

Einsparungen durch verkürzte Bauzeit

Die Untersuchung der Bauzeit ergab eine Einsparung von bis zu 60 % aufseiten des Holzbaus. Durch Bauzeiteinsparungen um bis zu 50 % können Bauzeiten erheblich reduziert werden. Bei nicht unterkellerten Kindergärten beträgt die Verkürzung im Mittel rund 16 Wochen, sodass die Bauzeit der Holzbauten rund 72 % der Bauzeit von Massivbauten ausmacht.

Diese Zeitersparnis hat direkte finanzielle Auswirkungen. Kürzere Bauzeiten bedeuten geringere Lohnkosten sowie reduzierte Kosten für Baustelleneinrichtungen und -überwachung. Bei den Baustelleneinrichtungskosten kann von etwa 10 % der Auftragssumme ausgegangen werden. Ein Baukran mit 5 Tonnen Tragkraft schlägt mit etwa 1.000 Euro pro Tag zu Buche. Alleine über die Verkürzung der Standzeit um einen Monat lassen sich bereits 30.000 Euro einsparen.

Gleichzeitig profitieren Bauherren von früheren Mieteinnahmen durch schnellere Fertigstellung. Während dieser verlängerten Finanzierungsphase können bei konventionellen Bauten schnell bis zu 20.000 Euro pro Jahr zusätzlich anfallen. Der hohe Vorfertigungsgrad bringt zudem eine Entlastung der Nachbarn und Anrainer mit sich, da weniger Transporte erforderlich sind und eine leisere Baustelle entsteht.

Fördermöglichkeiten für nachhaltiges Bauen

Für nachhaltiges Bauen stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung, die von staatlichen Zuschüssen bis hin zu zinsgünstigen Darlehen reichen. Mit dem DGNB Zertifikat inklusive Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) sind nachhaltige Gebäude durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig. Dies gilt für Nichtwohngebäude bei der Sanierung zum Effizienzhaus sowie für den klimafreundlichen Neubau von Wohn- und Nichtwohngebäuden.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude gliedert sich in drei Bereiche: BEG Wohngebäude, BEG Nichtwohngebäude für Gewerbeimmobilien und BEG Einzelmaßnahmen für spezifische Sanierungsvorhaben. BAFA-Zuschüsse decken bei bestimmten Einzelmaßnahmen bis zu 40 % der förderfähigen Kosten ab. Für Neubauten können Tilgungszuschüsse bis zu mehreren zehntausend Euro betragen.

Baden-Württemberg fördert im Rahmen des Holz Innovativ Programms modellhafte Holzbauvorhaben sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Die Stadt Freiburg bietet seit 2020 ein Förderprogramm für nachwachsende Rohstoffe im Bausektor an, wobei die Höhe des Zuschusses 1 Euro je Kilogramm langfristig verbauten Kohlenstoff speichernden Baustoffs beträgt. Hamburg fördert den Einsatz klimafreundlicher Baustoffe bei Neubauvorhaben sowie die Qualitätssicherung im Holzbau. Nordrhein-Westfalen bietet ein Zusatzdarlehen für Bauen mit Holz, das Bauvorhaben mit nachweislich hohem Holzanteil unterstützt.

Umsetzung: Von der Vorfertigung bis zur Montage

Umsetzung: Von der Vorfertigung bis zur Montage

Vorfertigung im Werk

Holz eignet sich besonders gut für die Fertigung bereits im Werk. Der Baustoff ist leicht, besitzt eine hervorragende Tragfähigkeit und lässt sich einfach verarbeiten. In der überdachten Werkhalle kann im Vergleich zur Baustelle vor Ort unter optimalen Bedingungen gearbeitet werden. Frei von äußeren Witterungseinflüssen und Temperaturen werden Bauelemente und ganze Gebäudeteile passgenau vorbereitet.

Der Vorteil dabei ist, dass die Elemente viel präziser angefertigt werden können, als unter üblichen Baustellenbedingungen möglich wäre. Die witterungsgeschützte Produktion führt zu einer höheren Genauigkeit durch eine detaillierte Vorplanung und einen exakten Zuschnitt mit CNC-gesteuerten Maschinen. Außenwände werden einschließlich Dämmschicht, Fenstern, Sonnenschutz, Fassadenbekleidung, Innenbekleidung und Installationen vorgefertigt.

Die Vorfertigung beeinflusst auch die Planung. Einige Entscheidungen müssen früher getroffen und die Beteiligten müssen früher mit einbezogen werden. Je höher der Vorfertigungsgrad, umso wichtiger ist eine disziplinierte Planung. Gleichzeitig ermöglicht die Vorfertigung großer Bauteile in der Halle das Arbeiten unter optimalen Bedingungen mit jederzeit gegebener Energieversorgung, Geräten und Baustoffen.

Montage vor Ort

Die Bauteile werden für den Transport in der Werkshalle auf Ladepritschen geladen und sicher abgedeckt. Zimmerer erwarten die Lieferung bereits auf der Baustelle und heben mit einem Kran jedes Bauteil präzise auf das Fundament. Dank des hohen Vorfertigungsgrads lassen sich die Vollholzwände in Windeseile zusammenbauen. Ein Holz100-Bausatz kann in beeindruckenden Rekordzeiten von einem Tag montiert werden.

Die Montage steht für das Zusammenbauen einzelner, vorgefertigter Teile zu einem Ganzen. Mit dem Kran werden ganze Wände oder Teile von Dächern an ihren Platz gehievt. Die Arbeiter nehmen sie in Empfang und manövrieren sie millimetergenau auf ihren vorgesehenen Platz. Dank der kurzen Montagezeit vor Ort kann rasch mit dem Innenausbau gestartet werden.

Qualitätssicherung und Brandschutz

Die Qualitätssicherung ist ein zentraler Bestandteil für den Erfolg von Bauprojekten mit Holz. Bereits in der frühen Planungsphase, beginnend mit der Leistungsphase zwei, ist umfassende Beratung und Qualitätssicherung erforderlich. Sie umfasst die Abstimmung der Materialauswahl, die Integration aller beteiligten Fachdisziplinen sowie durchdachte Konzepte für die erfolgreiche Vorfertigung.

Experten bewerten und beraten zur Qualität von Material und Baukonzepten, wobei sie die Besonderheiten des Baustoffs wie brandschutztechnische und bauphysikalische Eigenschaften berücksichtigen. Das aktuelle Vorschriftenwerk gibt Holz bis zu einer Feuerwiderstandsdauer von 60 Minuten zur Anwendung frei. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Holzbauten bis sechs Geschosse und Holzfassaden bis acht Geschosse möglich.

Zukunftsaussichten und Innovationen 2026

Zukunftsaussichten und Innovationen 2026

Digitalisierung im Holzbau

Der Holzbau nimmt eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung im Bauwesen ein. Building Information Modelling hat sich bereits fest etabliert, wobei der Holzbauplaner die besten Voraussetzungen hat, in BIM einzusteigen und mehrere Rollen zu übernehmen: BIM-Modellierer, BIM-Koordinator und mit entsprechender Fortbildung auch BIM-Manager. Rund 90 Prozent der Holzbauten in der Schweiz werden vorgefertigt, wodurch sich die digital gestützte Planung und industrielle Fertigung optimal ergänzen. Die komplette technische Gebäudeausstattung wird digital geplant, wobei separate 3D-Fachplanungen für Elektro, Lüftung, Heizung und Sanitär erstellt werden.

Neue Brandschutzvorschriften

Die Schweizerischen Brandschutzvorschriften werden voraussichtlich im Jahr 2026 in Kraft treten. Diese Totalrevision basiert auf einem risikoorientierten Ansatz und soll Deregulierung sowie Vereinfachung der Vorschriften erreichen. Der Entwurf sieht flexiblere Vorgaben vor, etwa grössere zulässige Fluchtweglängen. Bauteile in Fluchtwegen müssen nur noch bekleidet und nicht mehr rundherum eingepackt werden, was zu wirtschaftlicheren Lösungen bei brennbaren Konstruktionen führt.

Hochhäuser aus Holz

In der Schweiz befinden sich zahlreiche Holzhochhäuser in Planung oder Bau. Das Wohnhochhaus Rocket in Winterthur soll bis 2026 entstehen und 100 Meter Höhe erreichen. In Regensdorf steht das 75 Meter hohe H1 im Bau. Der Tilia Tower in Prilly wird 85 Meter hoch. International steht das höchste Holzhochhaus der Welt im norwegischen Brumunddal: Das Mjøstårnet misst knapp 85,5 Meter. Moderne Ingenieurholzbauweisen wie Holz-Beton-Verbund ermöglichen Gebäude mit zehn, fünfzehn oder mehr Geschossen.

Fazit

Nachhaltiges Bauen mit Holz vereint ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichen Vorteilen. Die Bauzeiteinsparungen von bis zu 50 Prozent, die CO2-Bindung über Jahrzehnte und die wachsenden Fördermöglichkeiten machen Holz 2026 zur ersten Wahl für zukunftsorientierte Bauherren. Gleichzeitig ermöglichen Innovationen wie BIM und neue Brandschutzvorschriften noch ambitioniertere Projekte.

Wer jetzt plant, sollte frühzeitig Fachplaner einbinden und Fördermittel prüfen. Die integrale Planung mag anfangs aufwendiger erscheinen, zahlt sich aber durch präzise Vorfertigung und zügige Montage aus. Letztendlich investieren Sie nicht nur in ein Gebäude, sondern in aktiven Klimaschutz mit messbaren Ergebnissen.

FAQs

Q1. Wie lange dauert der Bau eines Holzhauses im Vergleich zu einem konventionellen Massivbau? Ein Holzhaus kann deutlich schneller errichtet werden als ein konventioneller Massivbau. Durch den hohen Vorfertigungsgrad der Bauteile im Werk lassen sich Bauzeiten um 30 bis 50 Prozent verkürzen. Bei nicht unterkellerten Gebäuden wie Kindergärten beträgt die Bauzeit von Holzbauten im Durchschnitt nur etwa 72 Prozent der Zeit, die für vergleichbare Massivbauten benötigt wird. In manchen Fällen kann die Montage vor Ort sogar innerhalb eines Tages abgeschlossen werden.

Q2. Ist ein Holzhaus teurer als ein Haus in Massivbauweise? Die Kostenunterschiede zwischen Holz- und Massivbau sind geringer als oft angenommen. Bei zweigeschossigen Holzbauten liegen die Mehrkosten bei nur etwa 0,6 Prozent gegenüber Massivbauten. Die Preisdifferenz beträgt generell unter 10 Prozent. Durch dünnere Wände bei gleicher Dämmleistung wird zudem die Wohnfläche besser genutzt. Bei niedrigeren Gebäuden kann der Holzbau sogar Kostenvorteile bieten, und die verkürzte Bauzeit spart zusätzlich Finanzierungskosten.

Q3. Wie viel CO2 wird durch ein Holzhaus gebunden? Holz ist ein natürlicher CO2-Speicher. Ein Kubikmeter Holz entzieht der Atmosphäre etwa eine Tonne Kohlenstoff. In einem modern gebauten Einfamilienhaus aus Holz sind über 50 Tonnen CO2 gebunden – das entspricht dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 40 Jahren Autofahren. Durch den verstärkten Einsatz von Holz als Baustoff können bis 2030 insgesamt 42 Millionen Tonnen Treibhausgase in Deutschland eingespart werden.

Q4. Welche Genehmigungen benötige ich für ein Holzbauprojekt in Deutschland? Für Holzbauten ist in Deutschland grundsätzlich eine Baugenehmigung erforderlich. Zum Bauantrag gehören das Bauantragsformular mit Baubeschreibung, ein amtlicher Lageplan, Bauzeichnungen in dreifacher Ausfertigung, ein Standsicherheitsnachweis, ein Wärmeschutznachweis gemäß Gebäudeenergiegesetz sowie ein Brandschutznachweis. Die Bearbeitung des Bauantrags erfolgt in der Regel innerhalb von sechs Wochen. Jedes Bundesland hat eigene Bauvorschriften, die zu beachten sind.

Q5. Welche Fördermöglichkeiten gibt es für nachhaltiges Bauen mit Holz? Für nachhaltiges Bauen stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen, wobei BAFA-Zuschüsse bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken können. Mit dem DGNB-Zertifikat und dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude sind Gebäude förderfähig. Zusätzlich bieten einzelne Bundesländer eigene Programme an: Baden-Württemberg fördert Holzbauvorhaben, Freiburg zahlt Zuschüsse pro Kilogramm gespeicherten Kohlenstoff, und Hamburg sowie Nordrhein-Westfalen unterstützen klimafreundliche Baustoffe.



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